C/2011 L4 PANSTARRS – oder Die Kometenjagd

Nachdem ich irgendwann im Februar gelesen hatte, dass der Komet C/2011 L4 besser bekannt unter dem Namen Panstarrs im März/April am Nördlichen Sternenhimmel zu sehen sein sollte, hat mich das Kometenfieber gepackt. Nachdem ich einige Schwierigkeiten hatte verlässliche Daten zu finden wann und wo man ihn entdecken kann, habe ich ab Mitte März immer mal wieder in die Richtung geschaut – aber keinen Kometen entdeckt 😦 

Auf den Bildern die sich viral im Internet verbreiteten sah er immer so strahlend aus. Nun gut, am 21.03. habe ich meinen ersten Versuch gestartet, allerdings aufgrund eines dicken Wolkenbandes das von Westen aufzog schnell wieder aufgegeben.  Als ich mit René und Stefan dann am 23. oben am Holmenkollen war habe ich gleich nach Sonnenuntergang beim Warten auf die T-Bane wieder sehnsüchtig gen Nord-Westhimmel geschaut, sogar mit Fernglas, aber wieder nix Kometenhaftes entdeckt. Hmm, sollte er schon zu schwach sein??? 
Also habe ich im Netz noch ein bisschen gesucht ob ich noch bessere Hinweise für Oslo finde und bin dann auf einer Norwegischen Hjemmeside (Homepage) fündig geworden. Gegen Ende des Monats müsste er in der Nähe vom Andromeda-Nebel (M31 bzw. NGC 224) zu sehen sein.

OK, meine Begeisterung für Astronomie hat mich dann am Dienstag Abend (26.3) nochmal rausgetrieben. Ich hatte gelesen, dass ich immer zu früh dran war. Er solle zwischen 19:30 und 20:00 am besten zu sehen sein. Dick eingepackt – hier lernt man schnell, wie das optimale Zwiebelschalenprinzip funktioniert. Und ganz wichtig: Sportunterwäsche!! – Kann ich wärmstens (hehe schönes Wortspiel) empfehlen. … wo war ich stehen geblieben, ach ja, Dick eingepackt bin ich dann an meinem Arbeitsplatz vorbei mit der T-Bane auf den Frognerseteren hochgefahren. Dieser Bergrücken oberhalb vom Holmenkollen hat Richtung Nordwesten am Tryvann (dort steht auch der Fernsehturm) ein kleines Skigebiet (Oslo Vinterpark) mit sehr viel freier Fläche und ich nahm zurecht an, dass man von dort eine gute Aussicht hat. (Eigentlich wußte ich es von einem Ausflug dorthin bei meinem Praktikum 🙂 )  Oben angekommen kam es mir auch zum ersten Mal in diesem Winter NICHT bitterkalt vor – will heißen, es herrschte fast kein Wind. Und es war wolkenloser klarer Himmel! Traumhafte Bedingungen.

Es war nun schon etwa 20 Uhr und ich blickte mit dem Fernglas erwartungsvoll Richtung West-Nordwest und suchte den Andromeda-Nebel. Es war noch Dämmerung und relativ Hell, daher brauchte ich ein bisschen bis ich ich mich zurechtgefunden hatte. Dank zweier Iphone-Apps (Star Walk und Planeten) gelang es mir nach ca. einer halben Stunde endlich M31 zu finden. (die beiden Apps funktionieren zusammen mit dem Iphone-Gyroskop und Kompass. Hält man sie in Blickrichtung gen Himmel zeigen sie (Star Walk etwas ausführlicher) die dort gerade sichtbaren Himmelskörper. Mit der Kamerafunktion kann man sogar die Sternenkarte über das echte Bild legen.)

Pan-STARRS sollte zwischen Andromeda und Pegasus liegen, genauer zwischen dem Andromeda-Nebel (Sternbild Andromeda) und dem Stern Alpheratz (Sternbild Pegasus). Ich betone sollte, da ich ihn immer noch nicht fand. Einige Internet Recherchen später und immer wieder Richtung Nordwesten schauen habe ich ihn dann ENDLICH gefunden. SEHR klein und lichtschwach war er dann zu sehen. Es lag wohl an der Helligkeit der Dämmerung, dass es solange gedauert hat. Dann musste ich noch einen Standplatz für mein kleines Stativ suchen, die Kamera auspacken und schnell Bilder knipsen. Schnell deswegen, weil sich der Akku bei der Kälte schnell verabschiedet. Aber mir sind einige Bilder gelungen. Da die Kamera einige Sekunden lang belichten muss, erscheinen die Sterne und der Komet etwas langgezogen. Ich habe leider kein Geräte mit dem man die Erdrotation umgehen kann (gibt es, sind aber teuer). Hier sind die Ergebnisse:

P1030286

Pan-STARRS

Pan-STARRS

P1030291

Der Komet wurde mit dem Pan-STARRS-Teleskop aufgespürt, welches auf dem Gipfel des Haleakala auf der Insel Maui steht.(Wikipedia). Teil 2 der Kometen-Jagd folgt dann im Herbst: C/2012 S1 ISON wird zwischen November und Januar 2014 am Himmel erscheinen und soll kurzzeitig sogar Vollmondhelligkeit erreichen, damit wäre er auch am Tag schon sichtbar und auch viel deutlicher als Pan-STARRS.

Nur für den Kometen wollte ich die – nun doch schon wieder eiskalte – Vollmondnacht nicht genutzt haben. Daher kommen hier noch einige Aufnahmen:

Der Gürtel des Orion (die drei Sterne nebeneinander) ...

Der Gürtel des Orion (die drei Sterne nebeneinander) …

... und der gesamte Orion mit dem Oslo Vinterpark.

… und der gesamte Orion mit dem Oslo Vinterpark.

 

ein traumhafter Vollmond

ein traumhafter Vollmond

und noch einer

und noch einer

Farbspielereien mit dem Mond und der Stadt

Farbspielereien mit dem Mond und der Stadt

Nächtliches Oslo mit Skiabfahrt im Vordergrund

Nächtliches Oslo mit Skiabfahrt im Vordergrund

Knospen vor dem Mond

Knospen vor dem Mond

und nochmehr Vollmond - erwähnte ich schon dass der mich fasziniert??? :-)

und nochmehr Vollmond – erwähnte ich schon dass der mich fasziniert??? 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Panorama auf dem Heimweg von der T-Bane Station Montebello

Panorama auf dem Heimweg von der T-Bane Station Montebello

 

 

2 Kommentare zu “C/2011 L4 PANSTARRS – oder Die Kometenjagd

  1. Neiiiiin, Christian – ist das jetzt die späte Revanche dafür, dass ich Deine Modelleisenbahn einst beschlagnahmt hatte???? 😉
    Welch beneidenswertes Glück mit dem Wetter!
    Bereits am Fr., den 15.3., hatte ich am quasi einzigen Tag mit klarem Himmel in der Löwenstadt Ausschau gehalten, aber ich musste in die Innenstadt und an der Bushaltestelle war es noch zu hell. Der Tag der Astronomie am 16. war in Braunschweig wie die ganze folgende Woche völlig bedeckt und erst am So., den 24. bin ich bei halbwegs freiem Himmel mit meinem 16×80-Feldstecher, Stativ und Spiegelreflex hinaus auf’s freie Feld zwischen Kanzlerfeld und der A392.
    Mit drehbarer Sternkarte und die zu Hause vergessene Karte von Heavens-Above nur im Kopf, siehe:
    http://www.heavens-above.com/
    (erst Ort oder Koordinaten eingeben, dann -> Astronomie -> Comets -> Comet C/2011 L4 PANSTARRS; hier sind alle momentan sichtbaren schmutzigen Schneebälle (=Kometen) aufgelistet, meist ist ein Teleskop von Nöten)
    … hatte ich etwa 20 Minuten gebraucht, bis ich die Funzel zwischen den damischen, quasi unbeweglichen, breiten Flugzeug-Cirrus-Kondensstreifen über der PTB entdeckte. An Fotografie war ob der „berüchtigten Braunschweiger Märzstürme“ nicht zu denken.
    Wenigstens blieb die Wetterlage gleich besch……eiden, sodass ich PanSTARRS an den beiden folgenden Tagen vom Balkon aus wiederentdecken konnte.
    Dank lichtverschmutzender 4-pi-Straßenbeleuchtung (Kugellampen) waren meine Digitalisierungsversuche nicht von Erfolg beschieden. Auch müsste ich beim Nachbarn Richtung Nord-Ost noch ein paar Nadelbäume fällen, die mir Sichtbarkeitsdauer verkürzen.
    Daher: Respekt!
    Unglaublich, wie schnell er sich in den letzten Tagen nordwärts bewegt hat…

    Gruß,
    Martinus Astronomicus

    PS: Bei den Strichspuren musst Du ja minutenlang belichtet haben?

    • Hei lieber Bruder,

      😉 im Moment ist ja die Eisenbahn neutral auf dem Dachboden in Buchbrunn eingelagert 😉

      Ja, ich hatte meinen inneren Schweinehund zum Glück mit der Kometenneugier besiegt. Und bin dann da hoch (können wir im Mai wiederholen).
      Danke für die Homepage. Werde ich mir merken.
      Das mit den Strichspuren ist ja gerade das was mich verwundert: 7 Sekunden belichtet!!! Ich vermute eher eine leichte Bewegung des Stativs, allerdings widerspricht dieser Theorie, dass die Bewegung auf allen Bildern gleich ist. Ich habe aus meinem Digitalen Zoom alles rausgeholt. Können die Strichspuren mit den 7 Sekunden zu tun haben?? Eigentlich doch nicht oder?

      Hilsen fra Oslo,

      Christianus Cometicus 🙂

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