Hier erst mal ein kleiner Video Clip zum träumen!
Das letzte Licht
Am 3. Adventswochenende stand ein weiterer Julemarked-Besuch an. Ein paar km außerhalb von Oslo liegt Bærumsverk, ein altes Eisenwerk aus dem Jahr 1610. Es wurde von Paul Smelter gegründet, einem Bergwerksingenieur aus Sachsen. König Christian IV. von Dänemark – Norwegen war damals in Personalunion mit Dänemark – holte deutsche Bergleute und Ingenieure um Bodenschätze in seinen Ländereien auszubeuten und die Sachsen galten damals als sehr erfahren im Bergbau. Bis 1964 wurde in Bærumsverk Eisen verarbeitet. Heute ist es ein Museum und Einkaufscenter. Die ehemalige Arbeitersiedlung wird nun durch Kunsthandwerk Ateliers und Werkstätten genutzt. Und in diesem schön hergerichteten Ambiente findet jedes Jahr ein Weihnachtsmarkt statt (leider wie alle in Norwegen ohne „echten“ Glühwein/Gløgg 😉 )
Hier gibt’s einige Impressionen davon:
Es ist Winter! Pünktlich! Heute hat es zu schneien begonnen in Oslo, 10cm seit heute früh. Ich habe auch gleich mal geräumt – wenn der Winter so lange dauert wie der letzte bin ich danach fit!
Pünktlich deshalb, weil ich heute mit den Jungen Erwachsenen aus der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft auf dem Julemarkedet im Norwegischen Folkemuseum auf der Halbinsel Bygdøy. Das ist ein Freilichtmuseum mit viel Information, nachgebauten Häusern über die Norwegische Historie und Kultur.
Leider musste ich feststellen, dass „Glühwein“ nicht gleich Glühwein ist! Der wird hier nur unter dem Namen verkauft – und ist ALKOHOLFREI 😦
Es gibt Glühwein/bzw. die norwegische Variante Glögg nur alkoholfrei auf den Weihnachtsmärkten! ‚Die Kosten für eine Ausschankgenehmigung und der bürokratische Aufwand seien zu groß und würden sich nicht lohnen‘ habe ich mir sagen lassen – die waren noch nie in Erlangen am Feuerzangenbowle stand um 18 Uhr gestanden!!! 🙂
Dafür war er sehr „hyggelig“ (gemütlich) über das gesamte Areal verteilt. Wir haben uns um 12 Uhr am Eingang getroffen und dann für halb zwei einen Treffpunkt in „Bethlehem“ ausgemacht. Ein ‚Bethaus‘ mit Kirkekaffe og julesanger med Orgelspil (Verständlich oder?) Dort haben wir dann was warmes getrunken und Julelefser (dünne, gerollte, kalte „Crepes“ mit einer Zimt-Butter-Creme) gegessen und natürlich viel angeschaut: Alle alten Gebäude wurden in Norwegen zusammengesammelt und wieder aufgebaut, z.B. die Stavkirke von Gol, Bauernhäuser aus Numedal, Trøndelag, …

Die kleine Gruppe der jungen Erwachsenen (normal sind mehr dabei) mit einem ganz jungen „Jungen Erwachsenen“ 😉
Nein, ich hatte noch nicht die Möglichkeit mit der norwegischen oder gar der englischen Königin Tee oder Kaffee zu mir zu nehmen. 😦
Nein, ich hatte das Vergnügen, die Queen hier in Oslo zu sehen! Naja, zumindest eine der vielen 😉 – die Queen Mary 2.
Dank einem Bekannten auf Facebook (er wohnt in der Nähe von Drøbak und hat ein Bild der einfahrenden Queen Mary 2 gepostet) habe ich rechtzeitig mitbekommen, dass Oslo gestern hohen Besuch hatte: Queen Mary 2 war für einige Stunden zu Gast in der Norwegischen Hauptstadt und lag vor der Akershus Festning am Kreuzfahrer – Kai. Und da sie ja doch kein „ganz gewöhnliches“ Kreuzfahrtschiff ist, bin ich kurz entschlossen zum „Schiffs-Watching“ an den Hafen gefahren.
Die „RMS Queen Mary 2“ – auch QM2 genannt – ist das Flaggschiff der britischen Reederei Cunard Line und gehört zu den grössten Passagierschiffen der Welt. Sie hat eine Grösse von 148.528 BRZ und ist mit 325,03 m Länge das z.Z. drittlängste Passagierschiff der Welt. Sie bietet bis zu 3.090 Passagieren in 1.310 Kabinen Platz und hat 1.253 Personen als Besatzung. Sie ist als Transatlantikliner in der Tradition der grossen Dampfer dieser Art (Titanic, Queen Elisabeth 1 + 2,…) konzipiert.
Auch wenn es schon Ar…kalt war und die Abfahrt sich entgegen der Ankündigung um mehr als eine Stunde verzögerte hat es sich gelohnt und es sind einige schöne Bilder rausgesprungen.
Schon seit Anfang an bin ich in der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft (Norsk-Tysk-Selskap) Mitglied. Die Gesellschaft hat das Ziel die deutsch-norwegische Freundschaft zu fördern. Sie steht allen interessierten Personen oder Organsisationen und Firmen offen. Viele der Mitglieder sind Auswanderer oder mit solchen Verheiratet. Auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie z.B. der deutsche Botschafter, Jostein Gaarder, …. sind Mitglieder oder Ehren-Mitglieder. ( http://www.norsk-tysk-selskap.com/deutsch/hauptseite.htm )
Am 2.11. war eine andere Organisation, auch mit dem Ziel der Förderung der deutsch-norwegischen Verstændigung, zu Gast in Oslo. Die deutsch-norwegische Freundschaftsgesellschaft e.V. feierte ihr 25 jæhriges Jubilæum mit einem Tagesausflug auf der Colorline von Kiel nach Oslo und zurueck. Die 4 Std. Aufenthalt in Oslo (die Colorline Schiffe kommen um 10 Uhr an und fahren um 14 Uhr zurueck) wurden zu einem Besuch des Stortings (dem norwegischen Parlament; wortwørtlich: „Grossversammlung“) genutzt. Die Fuehrung (deutlich ausfuehrlicher und umfangreicher als normale Fuehrungen) wurde von den Vorsitzenden der beiden Gesellschaften und 2 Abgeordneten der norwegischen Arbeiderparti (Pendant zur SPD) organisiert (u.a. der Vizepræsidentin des Stortings). Dabei war auch der deutsche Botschafter Dr. Axel Berg.
Nach dem Durchgang durch die umfangreiche Sicherheitskontrolle (wie am Flughafen) ging es nach einer kurzen Begruessung in den grossen Sitzungssaal. Hier sitzen die 169 Abgeordneten. (150 werden in den Provinzen – „Fylker“ gewæhlt und die restlichen entfallen auf landesweit berechnete Ausgleichsmandate.
Anders als in anderen Parlamente sitzen die Abgeordneten hier nicht in Fraktionen zusammen, sondern geordnet nach den Heimatprovinzen. Das Storting hat die Aufgabe, Gesetze zu verabschieden, den Haushalt zu beschließen und die Arbeit der Regierung zu kontrollieren. Es existiert seit der Annahme der norwegischen Verfassung am 17. Mai 1814 in Eidsvoll und bestand auch während der bis 1905 andauernden Personalunion mit Schweden. 1884 setzte sich der Parlamentarismus durch, seitdem ist die Regierung von der Mehrheitsbildung im Storting abhängig. Dominierten zunächst die Liberalen das Parlament, stellt seit 1927 die sozialdemokratische Arbeiterpartei die größte Fraktion, von 1945 bis 1961 mit absoluter Mehrheit. Auch nach der letzten Wahl ist die AP die größte Fraktion, allerdings hat der Mitte-Konservative Block insgesamt die Mehrheit und die neue Regierung besteht aus einer Minderheitskoalition der Konservativen mit der – etwas populistisch angehauchten – Fremskrittsparti („Fortschrittspartei“) mit Duldung durch die beiden anderen Mitte-Parteien (Siehe auch Erklärungen zu den Wahlen im Artikel: „Ja, es gibt mich noch….“) .
Uns wurde ausfuehrlich der Sitzungssaal und die Ordnung erklært, wo der Kønig (einmal im Jahr zur Parlamentserøffnung) sitzt, der/die Parlamentspræsident/in, usw. Danach ging es in den kleinen Sitzungssaal in dem bis 2009 das „Lagting“ (sozusagen das Oberhaus) tagte. Durch eine Verfassungsænderung wurde die Aufteilung aufgehoben.
In der neueren Geschichte befand sich Norwegen bis 1814 in einer Personalunion mit Dænemark. Nachdem Napoleon und sein Verbuendeter Dænemark die Vølkerschlacht bei Leipzig verloren hatte und Schweden auf der Gewinnerseite war, kam es 1814 zum „Kieler Frieden“ (ich hatte davon bis zum 2.11. auch noch nichts gehørt… 😉 …) Kurz vorher hatte Norwegen 1814 versucht eigenstændig zu werden und sich durch eine Versammlung in Eidsvoll eine Verfassung gegeben. Schweden war damit nicht einverstanden und nach einem kurzen Waffengang kam es zur Personalunion mit Schweden. Allerdings musste der schwedische Kønig das neue Parlament akzeptieren.
Die ungeliebte Personalunion fuehrte dazu, dass das Parlament mit der Zeit eine starke Rolle einnahm. In den 1850er Jahren wurde dann der Plan ersonnen ein eigenes Parlamentsgebæude zu bauen. Schon kurz nach 1814 war das Storting von Eidsvoll nach Christiania (seit 1922 als Oslo bekannt) umgesiedelt und tagte in der Kathedralsschule. Das Parlament beschloss als Zeichen der Kontrolle ueber die Regierung (die damals noch vom Schwedischen Kønig ernannt wurde) das neue Gebæude in einer Sichtachse gegenueber dem Kønigspalast zu bauen. Die Erøffnung fand 1866 statt. 1905 wurde Norwegen dann unabhængig – nach einer Abstimmung mit ueberwæltigender Mehrheit fuer die Unabhængigkeit. Als Staatsform wurde die Parlamentarische Monarchie gewæhlt und neuer Kønig wurde als Haakon VII. Prinz Claus aus dem dænischen Adelshaus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Gluecksburg. Nach dessen Tod 1957 wurde sein Sohn Olav V. Kønig, der bis zu seinem Tod 1991 regierte. Seitdem ist Harald V. Kønig und ihm wird vermutlich einmal sein Sohn Haakon folgen. Dessen erstes Kind ist eine Tochter – Ingrid Alexandra – womit in einiger Zukunft Norwegen vermutlich seine erste Kønigin haben wird. Allerdings sind die Kønige bisher sehr alt geworden, dh. sie wird sich wohl noch ein bisschen gedulden muessen ;-). Dank der Volksnæhe des Kønigshauses braucht sie aber keine Angst haben, dass die Monarchie abgeschafft wird – die Zahl der Monarchiegegner ist æusserst gering.
Im Anschluss an die beiden Sitzungssäle ging es zu Kaffee, Kuchen und einigen Grussworten in den Fraktionssaal der Arbeiterpartei.

Grußworte bei Kaffee, Kuchen und Sekt: am Pult links Vizepräsidentin Marit Nybakk (Arbeiterpartei), deutscher Botschafter Dr. Axel Berg, dahinter Myril Sverre (Abgeordneter Arbeiterpartei), Franz Thönnes (1.Vorsitz.Deut.-Norw. Freundschaftsgesellschaft), Ralf Sedlmayr (Vorsitzender Deut.-Norw. Gesellschaft)
Und dann gab es noch ein kulturelles Highlight im November:
Der jährliche Besuch der Galerie Würth in der Nähe von Oslo stand an.
Die Würth-Gruppe ist eine weltweit operierende Firma, die sich vornehmlich im Großhandel mit Produkten der Befestigungs- (Schrauben, …) und Montagetechnik spezialisiert hat. Sie wurde als Adolf Würth GmbH & Co. KG mit Sitz in Künzelsau gegründet. Sie besitzt auch eine Stiftung über welche sie im großen Umfang Kulturförderung betreibt. Dazu gehören auch Kunstgalerien an vielen Standorten, u. a. auch bei der Osloer Niederlassung. Sie unterstützt auch die Deutsch-Norwegische Gesellschaft und in diesem Rahmen gibt es jährlich einen Besuch der Gesellschaft in der Galerie mit anschließender Verköstigung.
Hier habe ich ein paar Impressionen vom Herbst in Oslo. Er war kurz und begann frueher als in Deutschland, aber besonders an sonnigen Tagen sehr Eindrucksvoll. Aber seht selbst:
Einige werden sich fragen: „Wer ist Edvard Munch?“ 
Die Antwort: Norwegens beruehmtester Maler – Viele kennen wahrscheinlich „Der Schrei“ – es war eine Zeitlang das teuerste Gemælde der Welt. Er gehørt mit Edvard Grieg (Komponist) und Henrik Ibsen (Dichter) zu den bekannten Kuenstlern aus Norwegen. Henrik Ibsen schrieb u.a. Norwegens Nationalepos „Peer Gynt“ und Edvard Grieg schrieb dazu die bekannten „Peer Gynt Suiten“. Aber zurueck zu Edvard Munch:
Dieses Jahr hætte er seinen 150. Geburtstag und das wurde in Norwegen gebuehrend gefeiert. Die bekanntesten Gemælde gingen auf eine Reise quer durch das Land um dieses Jahr bei der grossen 150-Jahre-Edvard-Munch-Ausstellung in der Nationalgalerie und dem Munch-Museum anzukommen. Am 13.Oktober ging sie zu Ende und am 11. war die Ausstellung bis Mitternacht offen. Es war das erste Mal, dass nahezu alle bekannten Gemælde von Munch in einer Ausstellung anzutreffen waren. Mit meinem Besuch aus Deutschland Stephan und Regina bin ich zuerst zur Nationalgalerie, wo die neueren Gemælde ausgestellt waren, u.a. „Der Schrei“. Nach 1 3/4 Std. Schlange stehen im kalten Herbst waren wir auch tatsæchlich drin. So voll wie es die Schlange davor befuerchten liess war es dann gar nicht.

Natuerlich gibt es auch noch ander Gemælde in der Nationalgalerie: Winternacht in Rondane, Harald Solberg 1911-14
Nach etwa drei Stunden ging es dann weiter zum Munch-Museum wo wir noch den 2. Teil geniessen konnten.
Fazit: Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Hei liebe Freunde und Verwandte, liebe Leser,
vielleicht haben sich einige gefragt was mit mir die letzten 1 1/2 – ach Mist nun sind es schon 2 1/2 Monate so los war? Nun ja – kurz gesagt: Viel!
Aber der Reihe nach:
mein Bruder Hans-Jörg war zu Besuch. U.a. haben ich ihm das Bergwerksmuseum in Kongsberg, die Stabkirche in Heddal, Festungs Oskarsborg bei Drøbak und – meine Lieblingsaussichtsstelle – den Ringkolltoppen bei Hønefoss gezeigt. Daneben hat er mir noch beim Umzug in die neue Wohnung geholfen.

Neben der norwegischen Muenze, dem Bergwerksmuseum, einem Waffenmuseum und Skimuseum ist auch noch eine grosse Mineraliensammlung in Kongsberg im Museumskomplex.

Typischer norwegischer Speicher aus frueheren Zeiten: Erhøht, damit nicht soviel Getier ans gelagerte Futter kommt.

Oslo Sommer/Winter Park: Im Sommer: Kletterpark, Kindererlebniswelt
Im Winter: Skiabfahrt, Langlauf….

Auf dem Sprungturm: Ausblick auf die Baustelle fuer die neue US-Botschaft – schon jetzt ein Hochsicherheitstrakt.

„MEIN HAUS“ (die aussicht von hier folgt in einem der næchsten Artikel, nur so viel: DIE Huette will ich haben!!!!)
PS: Das Runde davor ist der Aussen-Whirlpool!

Mit Hans-Jørg und weiterem Besuch: Marko’s Frau Juliane mit Justus und Felix auf Inseltour: Hovedøya mit der alten Hafenfeste

Oscarshall: Erbaut fuer die Kønigin Maud – die Frau von Norwegens erstem Kønig nach der Unabhængigkeit 1905 Haakon VII. Heute Empfangshaus fuer Staatsgæste

Da unten liegt die „Bluecher“ in 90 m Tiefe gut konserviert durch das kalte Salzwasser des Oslofjords
Nach 10 Tagen Urlaub bei mir begann mein Urlaub und ich bin mit ihm mit der Fähre über Dänemark nach Deutschland gefahren.
Dort war ich bei meinen Eltern in Buchbrunn und habe mich erholt und den Garten genossen,
und bin am Mittwoch weiter nach Miltenberg gefahren. Zufällig war ja gerade Michaelismesse in Miltenberg. 😉 Erst zum Absichern mit der Rot-Kreuz-Bereitschaft von Miltenberg, dann zum Feiern mit ihnen inkl. Junggesellenabschied (JGA) von René (mein bester Freund aus Rot-Kreuz-Zeiten in Miltenberg) und zu einer Stippvisite bei meinem Friseur Charly, der begeisterter Norwegen-Fan ist. Ausserdem kostet bei ihm der Männerhaarschnitt nur 1/3 von dem, was ich hier in Oslo zahlen würde!

Michelsmess 2013: Wer es die ganze Messe aushælt, gewinnt ein Auto! „Verrueckte“ auf dem „Schaubalken“
Und am nächsten Tag ging es weiter nach Erlangen, wo ich als Trauzeuge den Junggesellenabschied meines besten Freundes Daniel organisiert habe. Dort habe ich mich auch mit meiner Lehrerin und einem „Schueler“ aus dem Norwegisch-Kurs an der VHS zum Quatschen, sowie mit Freunden und KollegInnen aus der HNO (meinem alten Arbeitgeber) zum Pub-Quiz getroffen und ein paar Tage später Sushi gegessen und viele Freunde besucht!

Junggesellenabschied II: Daniel muss als ausgewiesener GLUBB-Fan (1.FC Nuernberg) ein „I Love Fuerth“ („Erzfeinde“) tragen. 😉
Und dann war ja da auch noch die Hochzeit meines besten Freundes aus Erlanger Zeiten am 7. September. Daniel und Steffi haben sich getraut: Ein sehr schönes Erlebnis im Frankenwald! Daniel kenne ich seit 2001 als wir zusammen die Ausbildung zum Krankenpfleger in Erlangen begonnen haben. Und ich war sehr erfreut als er mich letztes Jahr fragte, ob ich sein Trauzeuge sein wolle. Und das obwohl ich ihm gerade gesagt hatte, das ich nach Norwegen umziehe.
Inzwischen bin ich wieder hier und habe 3 Wahlen in 2 Wochen erlebt:
Angefangen haben die Norweger an dem Montag als ich zurückkam und haben ein neues Parlament gewählt. Und bevor ich fragen nach dem WARUM? bekomme: Ich weiß auch nicht warum die NorwegerInnen der regierenden Koalition von Arbeiderpartiet, Zentrum und Sosialistisk Venstreparti nicht mehr die Mehrheit gegeben haben, trotz einigermaßen guter Politik, guter Aufarbeitung des Attentats vom 22.Juli 2011 und einer intakten Wirtschaft mit hohen Öleinnahmen die zukunftsträchtig investiert bzw. angelegt wurden. Es konnten mir bisher auch keine KollegInnen erklären. Ich versuche mich mal für alle Interessierten an einer Einschätzung/Erklärung der politischen Landschaft hier: (Ich möchte betonen: aus meiner Sicht und bisherigen Einschätzung!!):
Die bisherige Koalition bestand aus den folgenden drei Parteien:
Die – mutmaßlich – neue Regierung wird sich aus den vieren Zusammensetzen:
Nun ja, auch wenn die Medien Erna Solberg schon als neue Statsministerin feiern, ist noch nicht aller Tage Abend 🙂
Sie braucht für eine Mehrheit nämlich ALLE vier Parteien und ob sich Venstre und Kristelig Folkeparti zu einer Koalition mit den Populisten verbiegen lassen ist noch lange nicht ausgemacht. Das hat mir eine Kollegin erklärt.
PS: Wer sich noch genauer informieren will: wikipedia > Norwegischen Parlamentswahl 2013
Letzte Woche habe ich mit Entsetzen dann die Schwarze bayerische Landkarte mit dem einzigen, winzigen roten Punkt auf Höhe München-Nord im Internet gesehen und das ganze Drama im Internet verfolgt, und heute werde ich mich der Bundestagswahl widmen!
Meiner Bürgerpflicht als „Auslandsdeutscher“ bin ich übrigens schon vor 1 1/2 Wochen nachgekommen und habe per Briefwahl gewählt! Das ging erstaunlich einfach und schnell. Man muss sich auf der Homepage des Bundeswahlleiters (über die des Auswärtigen Amtes zu finden) ein Formular herunterladen und an die Kommune des letzten gemeldeten Wohnortes in Deutschland (in meinem Fall Erlangen) senden. Innerhalb von 5 Tagen kamen meine Briefwahlunterlagen an! Die Bundestagswahl ist die einzige, an der ich noch teilnehmen darf.
So und bevor der Wahlmarathon startet werde ich jetzt noch ein bisschen das schöne Wetter (15°C, Sonnenschein) genießen.
Mit hochladen der Bilder usw. wird der Artikel erst in der Nacht erscheinen. Daher packe ich noch die Aktualisierungen der Wahl mit drauf. Die sind leider auch nicht schøner gewesen. Kaum ist man weg aus der Heimat wæhlt diese doch glatt eine grosse Koalition mit „Mutti“ an der Spitze. Ich bin ja mal SEHR gespannt ob das gut geht.
Schøn wære es gewesen – nun habe ich den Artikel noch 4 Wochen „liegen“ lassen.
Leider gibt es hier eine Konservative Minderheits-Regierung aus Høyre und Fremskritspartiet die von den anderen beiden Mitte – Parteien toleriert wird. Das Norwegische Politikwesen ist etwas anders als unseres in Deutschland.
Und in Deutschland læuft alles auf eine grosse Koalition hinaus – was man davon auch halten mag….
Inzwischen war ich Ende September nochmal in Deutschland zur Hochzeit meines anderen besten Freundes aus Zivi-Zeiten beim Roten Kreuz in Miltenberg. René und Michelle – sie ist Englænderin und beide arbeiten und wohnen in der Schweiz – haben sich in der Næhe von Miltenberg getraut. Die beiden haben sich beim Wandern in der Schweiz kennen- und liebengelernt und bei einer Weltreise auf der Antarktis verlobt.
Und hier ist nach einem intensiv – farblichen, kurzem Herbst der grautriste Herbst eingekehrt. Doch dazu ein ander mal mehr.
Einen Tag nach meinem zweiten Geburtstag in Norwegen (den ersten hatte ich schon letztes Jahr wæhrend meines Praktikums) fand am Akerselva – dem Fluesschen durch die Innenstadt von Oslo – ein Lichterfestival statt.
Auf den 13 km von Maridalsvannet (dem Osloer Trinkwassersee) bis in die Innenstadt waren verschiedenste Møglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Ich habe leider nur einen kleinen Teil geschafft, allerdings der hatte es schon in sich.
Gaukler, Vereine, Kuenstler, Chøre, Musiker, Theatergruppen, und viele mehr haben die Nacht (bzw. Abendstunden) zum Tag gemacht. Verschiedene Lichtinstallationen und Fackeln und Gartenlichter haben ein schønes Ambiente erschaffen. Gluecklicherweise hat auch noch das Wetter gepasst und so ein sehr schønes Erlebnis præsentiert.
Wer meinen Blog ab und an liest ist vermutlich schon über das Wort „Stavkirke“ gestolpert. Was heisst das eigentlich? – naja, so schwer ist es nicht: Stabkirche (manchmal auch „Mastenkirche“)
Gemeint ist damit eine Kirchenkonstruktion überwiegend aus Holz, wie sie v.a. in Skandinavien während der übergangszeit von heidnischen Religionen zum Christentum im 12. und 13. Jh. gebaut wurden. Wichtigstes Merkmal ist der so genannte Stabbau, bei dem die Wände aus senkrecht stehenden Stäben gebildet werden. Das Wort Stabkirche stammt vom norwegischen Wort stav, welches auf deutsch Stab bedeutet.
In diesem Artikel möchte ich euch die Stabkirchen (mit freundlicher Unterstützung von Wikipedia 😉 ) gerne etwas näher bringen:
Zur Reformationszeit gab es etwa 750 – 1000 Stabkirchen in Norwegen, von denen heute nur 28 im ursprünglichen Zustand erhalten sind. Feuer und Witterung haben viele der interessanten Bauten zerstört, in Schweden wurden viele während der Pestepedimien verbrannt.
Ich habe zum ersten Mal 1999 bei meinem ersten Norwegen Urlaub (oder 1998 bei einem Osloausflug) einige besichtigen können. Sollte es 1998 gewesen sein – das weiss meine Mutter vermutlich besser 🙂 – dann war es auf der Museumsinsel Bygdøy im Norwegischen Volks- und Freilichtmuseum die originalgetreu ab- und dort wieder aufgebaute Stabkirche aus Gol.
Ich meine mich aber daran zu erinnern, dass es erst 1999 war als ich mit meinen Eltern in Kaupanger am Sogne-Fjord in Westnorwegen meinen Urlaub verbracht habe. Dabei haben wir auf jeden Fall die Stabkirchen in Borgund, Urnes und Kaupanger besucht und evtl. auch in Hopperstad und Undredal (bei den beiden bin ich mir nicht sicher).
Stabkirchen sind allein wegen ihrer Einzigartigkeit und Bauweise einen Besuch wert. Hier der Grundriss des Borgund-Types am Beispiel der Stabkirche Gol:
Die Kirchen wurden entweder als Einmast- oder Mehrmastkirchen gebaut. Die einfachste Form ist wohl auch die älteste und hat einen einzelnen Mast in der Mitte des Schiffes, in dem sich die Kirchgemeinde während des Gottesdienstes versammelt. Ein kleinerer Chor für die Geistlichkeit und die Sänger wurde angebaut. Solche einfachen Formen haben die Kirchen von Nore und Uvdal.
Stabkirchen vom Typ B haben eine komplexere Struktur mit einem das Hauptschiff umgebenden Umgang, der wiederum von einem Svalgang umgeben ist. Die Mittelstäbe ruhen auf einem rechteckigen Rahmen. Die Stäbe sind im unteren Teil freistehend, der obere Teil bildet das Gerüst für den Wandaufbau.
Diese Stabkirchen lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:
Die Stabkirche Torpo ist ein Bauwerk, welches in beide Gruppen gehört.
Sehr interessant an den Stabkirchen ist, dass in den meisten Heidnische Elemente eingebaut wurden. Dies wurde von den Kirchenoberen toleriert um die Bevölkerung auch dauerhaft an das Christentum zu binden.
Da die Stabkirchen in den zweihundert Jahren nach der Übergangszeit vom Heidentum zum Christentum gebaut wurden, finden sich an ihr viele heidnische Elemente, zum Beispiel Abwehrzauber. Ebenso kommen in den Schnitzereien immer wieder Gottheiten, Personen und Gegenstände aus den mythologischen Erzählungen der nordischen Religion vor.
Die Giebeldächer tragen an Schlüsselstellen auffällige apotropäische Elemente. Auffällig ist z. B. die häufige Wiederholung des Kreuzes und die Abbildungen von Drachen und stilisierte Drachenköpfe. Die Kreuze sollten wahrscheinlich weniger ein Postulat für die neue Religion, sondern mehr eine wirkungsvolle Abwehr von Naturgeistern darstellen.
Die stilisierten Drachenköpfe erinnern an die Wikingerschiffe und wurden meistens in Ost-West-Richtung (der Bewegung der Sonne) angebracht. Der Drache galt als Dämon, der nur durch sein eigenes Bild gebändigt werden konnte. Die stilisierten Drachenköpfe haben also dieselbe Funktion wie die Fratzen der Wasserspeier an vielen europäischen Steinkirchen. Bei den Wikingerschiffen war das Anbringen von Drachenköpfen ebenso eine magische Handlung, die das Schiff in ein ebengleiches starkes Ungeheuer verwandelten, um gegen Feinde gewappnet zu sein.
Die Schnitzereien an den Portalen und Masten hatten ebenso eine apotropäische Funktion. Ein Beispiel ist das Nordportal an der Kirche Urnes, welche einmal vermutlich das Hauptportal war. Das Portal wurde mit der Axt gekürzt und an der Nordseite angebracht, wo sich kein Eingang befindet. Dass dieses Portal wiederverwendet wurde, hatte weniger den Grund, dass man Respekt vor der handwerklichen Arbeit der Schnitzer hatte, sondern weil man die schützende Funktion der Schnitzereien wiederverwenden wollte. Die Nordseite der Kirchen war nach altem Glauben den Geistern der Nacht besonders ausgesetzt und musste deshalb speziell geschützt werden. Das ist auch der Grund dafür, dass auf der Nordseite häufig Eingänge und Fenster fehlen.
In vielen Kirchen finden sich beim Eingang ins Innere sogenannte Geisterschwellen. Das ist eine hohe Stufe, die Naturgeister vor dem Eindringen in die Kirche abhalten soll. Aus demselben Grund wurden die Portale sehr eng gebaut.
Im Schnitzwerk der Kirchen kommt auch immer wieder die nordische Mythologie vor. So zeigt z. B. der Bischofsstuhl in Heddal eine Szene aus der Sage des Drachentöters Sigurd. Wesentliche Szenen dieser Sage findet sich ebenso im Schnitzwerk des ehemaligen Westportals der Stabkirche Hylestad aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Stabkirche wurde im 19. Jahrhundert zerstört und das Portal findet sich heute in der Universitetets Oldsaksamling in Oslo. In Torpo fand sich am Fußboden eine Weltuntergangsdarstellung aus der Edda. Der Göttervater Odin kämpft gegen den freigekommenen Fenris-Wolf.
Grundriss einer Stabkirche – Borgundtyp:

Legende
A: Schwebende Masten der inneren Säulenkonstruktion
B: Tragende Masten der inneren Säulenkonstruktion
C: Masten in der Außenwand
D: Holzrahmen der inneren Säulenkonstruktion
F: Querbalken im Fußboden
G: Flankierende Holzbänke
H: Westportal
J: Südportal
K: Chorportal
L: Chor
M: Apsis
N: Altar
O: Laubengang
P: Säulen des Laubengangs
PS: Falls ihr mal denkt, ich hätte mich verschrieben: Das ist (zu 99%) pure Absicht – die norwegische Schreibweise ist manchmal anders, und manche Artikel habe ich auf einer Norwegischen Tastatur geschrieben, die haben kein ä ö ü, daher benutze ich æ ø ue 🙂